Aktuelle Trinkwasseranalyse | Woher kommt unser Wasser?
Wasseraufbereitung | Wasserschutz | Geschichtliches | Wassergebühren| Wasserverbrauch

Trinkwasser ist unser bestkontrolliertes Lebensmittel. Für kein anderes gibt es so viele und so strenge Grenzwerte, die so häufig kontrolliert werden. Dieser Verantwortung stellen wir uns ohne Einschränkung und schaffen Klarheit für das Vechtaer Trinkwasser. Das Vechtaer Trinkwasser wird regelmäßig bakteriologisch gemäß § 1 der Trinkwasserverordnung (TVO) untersucht und war bisher nicht zu beanstanden. Die Grenzwerte für chemische Stoffe nach Anlage 2 der TVO sowie die Kenngrößen und Grenzwerte zur Beurteilung der Beschaffenheit des Trinkwassers nach Anlage 4 der TVO sind aus der nachfolgenden Trinkwasseranalyse ersichtlich.

Unserem Trinkwasser wird kein Chlor zugesetzt, weil es bakteriologisch einwandfrei ist.

Leitungswasser - die Alternative zum Mineralwasser! Vergleichen Sie den Mineralgehalt unseres Trinkwassers mit dem eines marktgängigen Mineralwassers. Sie werden überrascht sein, wie hochwertig die Qualität des Vechtaer Trinkwassers ist!

Dabei seien an dieser Stelle einige Inhaltsstoffe kurz erläutert:

Fluoride: Sind in vielen Trinkwässern nicht nachweisbar, aber für den Zahnschmelzaufbau wichtig.

Calcium: Ein zu hoher Calciumwert erhöht die Wasserhärte und damit den Waschpulververbrauch. Ist aber im Gegensatz dazu gut für den Knochenaufbau. Unser Wert ist eine gesunde Mischung aus beiden.

Magnesium: Auch ein zu hoher Magnesiumwert wirkt sich - wie beim Calcium - auf die Wasserhärte aus und ist darüber hinaus ein wichtiger Spurenelementelieferant. Unser Wert ist eine gesunde Mischung aus beiden.

Natrium: Kann bei hohem Wert mit für einen hohen Blutdruck verantwortlich sein. Deshalb sollte man nicht nur abgefüllte Mineralwasser trinken, da dort der Wert relativ hoch ist.

Sulfat: Wirkt bei hohen Gaben abführend.

Aktuelle Trinkwasseranalyse (Stand 07/2017)

Bezeichnung

Einheit

Werte Wasserwerk Vechta

Grenzwerte nach der Trinkwasserverordnung

Färbung (visuell)

farblos

---

Trübung

0,37

1,00 Trübungseinheiten

Geruchsschwellenwert

1 = ohne

2/3

Temperatur Wasser °C

12,3

25

PH-Wert (Entnahme)

7,58

6,5-9,5

Leitfähigkeit bei 25°C

us/cm-1

570

2.500

Gesamthärte
Härtebereich mittel

° d.H
mmol/l

13,1
2,34

---

Clacitlösekapazität (20 °C)

mmol/l

1

5

Carbonathärte

° d.H

5,8

---

Kohlenstoffdioxid (Gelöst)

mg/l

3,5

---

Sauerstoff (Entnahme)

mg/l

9,9

---

Aluminium

mg/l

<0,02

0,2

Ammonium

mg/l

<0,020

0,5

Calcium

mg/l

79,6

---

Chlorid

mg/l

50

250

Eisen

mg/l

0,020

0,2

Kalium

mg/l

2,72

---

Magnesium

mg/l

8,60

---

Mangan

mg/l

<0,002

0,05

Natrium

mg/l

20,9

200

Orthophosphat

mg/l

<0,01

6,7

Sulfat

mg/l

108

240

Arsen

mg/l

<0,001

0,01

Blei

mg/l

0,001

0,025

Cadmium

mg/l

<0,0003

0,003

Chrom

mg/l

<0,005

0,05

Cyanide, gesamt

mg/l

<0,002

0,05

Fluorid

mg/l

0,11

1,5

Nickel

mg/l

<0,002

0,02

Nitrat

mg/l

4,38

50

Nitrit

mg/l

0,005

0,5

Quecksilber

mg/l

<0,0001

0,001

Tetrachlormethan

µ/l

<0,00010

---

Bor

mg/l

0,0185

---

Uran

µg/l

0,89

10

Download der Trinkwasseranalyse (.pdf-Datei ca. 62 kb)

Zum Seitenanfang

 

Woher kommt unser Wasser?

Das Wasserwerk Vechta befindet sich im Nordwesten der Stadt Vechta in Holzhausen und im Süden des 35 km2 umfassenden Wasserschutzgebietes (WSG) Vechta-Holzhausen.

Das dazugehörige Grundwasser-Einzugsgebiet erstreckt sich von hier aus überwiegend in nördlicher Richtung und liegt am südlichen Rand der Wildeshausener Geest zwischen Vechta-Langförden-Visbek-Wöstendöllen- Lutten-Oythe.

Das Grundwasser wird aus 6 Entnahmebrunnen mit Unterwasserpumpen, die ca. 20 m unter der Erdoberfläche eingebaut sind, über Druckrohrleitungen zum Wasserwerk gepumpt. Die Brunnen haben eine Tiefe von etwa 50 m und einen Durchmesser von ca. 80 cm. Der Durchmesser der Brunnenrohre beträgt 30 cm. Diese sind im unteren Bereich mit Schlitzen versehen und mit einer Kiesschüttung umhüllt. Durch die Filterschlitze gelangt das Grundwasser in das Brunnenrohr.

Das Recht zur Wasserentnahme ist durch die Erlaubnis des Landkreises Vechta (Untere Wasserbehörde) mengenmäßig begrenzt. So darf die jährliche Fördermenge von 2 Millionen m3 nicht überschritten werden.

In zwei Aufbereitungsstraßen mit einer Leistung von zusammen 300 m3/h wird das aus den Entnahmebrunnen geförderte Grundwasser im Wasserwerk Vechta aufbereitet. Und in das Trinkwassernetz des Wasserwerk Vechta abgegeben.

Für die Sicherstellung der Wasserversorgung auch in Spitzenzeiten können 5.340 m3 gespeichert werden.

 

Zum Seitenanfang

 

Die Wasseraufbereitung

Unser Trinkwasser soll den Endverbraucher so naturbelassen wie möglich erreichen. Es soll:

  • hygienisch einwandfrei
  • klar, kühl und appetitlich
  • farb- und geruchlos sein
  • keine unzulässigen Stoffe enthalten.

Das Grundwasser nimmt auf dem Weg durch die Erdschichten die darin enthaltenen Stoffe wie Kalk, Eisen, Mangan, Kohlensäure usw. auf. Das geförderte keimfreie Grundwasser wird im Wasserwerk aufbereitet, das heißt durch Filtration und Belüftung von den unerwünschten Stoffen weitestgehend befreit. Dabei fließt das sogenannte Rohwasser durch einen Oxidator und wird dort mit ölfreier Luft vermischt. Das Luft-/Wassergemisch fließt danach durch einen Enteisenungsfilter und gibt dort das enthaltene Eisen bis zur Nachweisgrenze an das Filtermaterial ab. Aus dem Enteisenungsfilter wird das Rohwasser in einem Entmanganungsfilter durch viele Filterdüsen verteilt. Durch diese »Verdüsung« wird die enthaltene Kohlensäure dem Rohwasser entzogen. Danach fließt das Wasser durch das Filtermaterial im Entmanganungsfilter. Das im Filter enthaltene AKDOLIT®-GRAN [Dolomitisches Filtermaterial nach DIN EN 1017, Zusammensetzung; Magnesiumoxid (MgO), Magnesiumhydroxid (Mg(OH)²) und Calciumcarbonat (CaCO³)] sorgt für die Anhebung des PH-Wertes auf den gewünschten Wert. Durch den angehobenen PH-Wert löst sich das im Rohwasser enthaltene Mangan vom Wasser und setzt sich am Filtermaterial ab. Nach dem Filtern wird das Trinkwasser in mehreren Trinkwasserkammern gespeichert und nach Bedarf - ohne Chlorzusatz - in das Rohrnetz gepumpt. Das Wasserwerk hat eine maximale Aufbereitungsleistung von 300 m3 pro Stunde.

Das nachfolgend abgebildete Fließschema zeigt den Weg des Wassers vom Brunnen über die verschiedenen Aufbereitungsstufen im Wasserwerk bis zur Abgabe an den Verbraucher:

Der Wasserbedarf ist im Tages- und Wochenverlauf höchst ungleichmäßig. Aus diesem Grunde hat das Wasserwerk Trinkwasserbehälter als "Puffer" gebaut. Es gibt zwei Speicherbehälter. Ein Behälter befindet sich beim Wasserwerk und hat ein Speichervolumen von 3.380 m3. Weiterhin gibt es den Erdhochbehälter beim Reiterwaldstadion mit einem Speichervolumen von 1.960 m3.

Wasser muss jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung stehen - auch in Spitzenzeiten oder an heißen Sommertagen. Über ein rd. 204 km langes, weit verzweigtes Leitungsnetz gelangt das Trinkwasser bis an die entlegenste Zapfstelle. Diese Leitungen sind frostsicher im Erdreich verlegt.

Um Streckenabschnitte für Wartungsarbeiten und bei Rohrbrüchen außer Betrieb nehmen zu können, sind in das Rohrnetz Absperrschieber eingebaut.

Zur Brandbekämpfung sind über 600 Unterflurhydranten installiert. Straßenkappen schützen die erforderlichen Bedienungsgestänge der im Erdreich eingebauten Absperreinrichtungen und Unterflurhydranten. Die Straßenkappen sind freizuhalten und müssen jederzeit zugänglich sein.

Damit die Schieber und Hydranten schnell gefunden werden können, sind für die Armaturen Hinweisschilder aufgestellt. Diese geben die genaue Lage der Armatur und den Durchmesser der Schieber bzw. der Leitung an.

Über rund 8.100 Hausanschlüsse wird das Wasser an die einzelnen Abnehmer verteilt.

Bei Rohrbrüchen ist schnelles Handeln erforderlich, damit Schäden durch Unterspülungen oder Überschwemmungen möglichst gering bleiben und den Anwohnern innerhalb kürzester zeit wieder Trinkwasser zu Verfügung steht.

Rohrbrüche können zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten. Aus diesem Grunde hat das Wasserwerk Vechta einen Bereitschaftsdienst eingerichtet. Er ist rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen, erreichbar und einsatzbereit (Tel. 04441/9285-55).

 

Zum Seitenanfang

 

Wasserschutz

Trinkwasserschutz - Schutzgebiet für die Wassergewinnung

Die Qualität des Trinkwassers hängt unmittelbar von der Qualität des Grundwassers ab. Um das Grundwasser vor Verunreinigungen zu schützen, wurde von der Bezirksregierung eine Wasserschutzverordnung für die Brunnen des Wasserwerkes erlassen. Diese enthält genaue Hinweise für die Nutzung bzw. Bewirtschaftung dieser Flächen. Das Wasserschutzgebiet ist in drei Zonen gegliedert.

Die Schutzzone I, die unmittelbare Umgebung der Brunnen, ist mit einem Zaun gesichert. Außer zu betriebsnotwendigen Arbeiten darf dieser Bereich nicht betreten werden.

Die Schutzzone II hat eine Ausdehnung von mind. 100 m um die Brunnen. Von der äußeren Grenze dieser Schutzzone benötigt das Grundwasser mindestens 50 Tage, bis es in die Brunnen gelangt. In dieser Zeit sind alle gesundheitsschädlichen Keime abgestorben.

Die Schutzzone III umfasst das gesamte Einzugsgebiet der Grundwassergewinnung und soll das Grundwasser vor nicht oder schwer abbaubaren chemischen und radioaktiven Verunreinigungen schützen. Das Schutzgebiet III teilt sich in das Gebiet IIIa und IIIb, wobei die Grenzlinie etwa 2 km nördlich der Brunnenreihe verläuft.

Zur Sicherung der Trinkwasserqualität führt das Wasserwerk zudem seit 1994 Zusatzberatungen für die Landwirte im WSG durch. Den Auftrag für die Wasserschutzberatung 2015-2019 hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Grundwasserschutzmaßnahmen und Beratungsleistungen werden aus der Wasserentnahmegebühr des Landes Niedersachsen bezuschusst. Die Gewässerschutzberatung wird aus EU-Mitteln kofinanziert.

Ebenfalls kauft das WWV seit einigen Jahren Flächen die im Bereich der Schutzzone II liegen und führt sie einer extensiven Bewirtschaftung zu.


Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER):
Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.

Die Wasserschutzberatung und die Flächenmaßnahmen werden mit Landesmitteln und Mitteln der Europäischen Gemeinschaft gefördert

 

Zum Seitenanfang

 

Geschichtliches

In den 30er Jahren wurden erstmals Planungen über eine zentrale Wasserversorgung durchgeführt.

1934 Erstellung des ersten Brunnens am Kreuzweg.

Nach den gescheiterten Planungen zu einem Gruppenwasserwerk zusammen mit Lohne und Dinklage wurde am 01. Dezember 1954 das alte Wasserwerk am Kreuzweg mit einer Leistung von 90 m3/h in Betrieb genommen.

Es folgten verschiedene Umbauten zur Kapazitätssteigerung bis auf 210 m3/h.

Ein Verkauf des Wasserwerkes Vechta (WWV) an den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) wurde 1972 vom Rat der Stadt Vechta abgelehnt.

Um den wachsenden Wasserbedarf zu decken, wurden Neuplanungen nötig. Auf Grund von hydrogeologischen Untersuchungen des Nieders. Landesamtes für Bodenforschung wurde das Gebiet Holzhausen als neuer Standort festgelegt. 1977 Bau eines Probewasserwerkes in Holzhausen, auch zur Zusatzversorgung.

1984 Nach 2jähriger Bauzeit in Holzhausen Einweihung des neuen Werkes mit Verwaltungs- und Rohrnetzgebäude sowie den Gewinnungsbrunnen, der Rohwasserleitung und der Haupttransportleitung, Gesamtinvestition von 4.09 Mio. EUR (8 Mio. DM).

Das alte Wasserwerk wurde aus wirtschaftlichen und städtebaulichen Gründen stillgelegt und abgebrochen.

1991 ist das Wassergewinnungsgebiet Vechta-Holzhausen von der Bezirksregierung Weser-Ems per Verordnung als Wasserschutzgebiet (WSG) festgesetzt worden.

Seit 1993 wird die Zusatzberatung der im WSG tätigen Landwirte hinsichtlich grundwasserschonender Bewirtschaftung im Auftrag des Wasserwerks Vechta durch einen Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer durchgeführt.

Ebenfalls 1993 entstand die Kooperation Wasserwirtschaft-Landwirtschaft für den Landkreis Vechta unter Führung der Bezirksregierung Weser-Ems. In der Kooperation sind alle Beteiligten aus dem Bereich Wasserwirtschaft und Landwirtschaft vertreten.

Seit diesem Zeitpunkt sind umfassende und vielfältige Maßnahmen zum Trinkwasserschutz im Bereich der Landwirtschaft aus Mitteln der Wasserentnahmegebühr ("Wasssergroschen") gefördert worden.

2016 versorgte das WWV ca. 27.500 Einwohner sowie Gewerbebetriebe und sonstige Einrichtungen über 8.100 Hausanschlüsse mit 1,7 Mio. Kubikmetern Trinkwasser. 99,9 % aller Einwohner im Versorgungsgebiet erhalten Trinkwasser des Wasserwerkes Vechta.

Z.Zt. kostet der Bezug von einem Kubikmeter Trinkwasser 0,95 EUR inkl. 7% MwSt.

 

Zum Seitenanfang

 

Wassergebühren

Jeder will jederzeit hygienisch einwandfreies Trinkwasser in ausreichendem Maße. Eine moderne zentrale Trinkwasserversorgung hat ihren Preis:

Trinkwasserversorgung

Nettopreis

+MwSt.

Bruttopreis

Verbrauchsgebühr
in EUR je Kubikmeter

0,89

0,06

0,95

Grundgebühr
in EUR je Monat

Nenndurchfluss
des Zählers

Nettopreis

+ MwSt.

Bruttopreis

Qn 2,5

6,07

0,42

6,49

Qn 6

24,29

1,70

25,99

Qn 10

48,59

3,40

51,99

Verbundzähler

Qn 15

85,03

5,95

90,98

Qn 40

97,17

6,80

103,97

Qn 60

121,47

8,50

129,97

Abwasserentsorgung

Nettopreis

+MwSt.

Bruttopreis

Schmutzwassergebühr
in EUR je Kubikmeter

1,72

entfällt

1,72

 

Die Schmutzwassergebühr wird im Auftrage der Stadt Vechta erhoben.

Nach der Wasserabgabensatzung werden die Wasserbenutzungsgebühren grundsätzlich mit dem Eigentümer des Grundstücks abgerechnet.

Der Eigentümer kann jedoch, soweit vom Wasserwerk Vechta für jede Wohnung ein Wasserzähler eingebaut ist, mittels der nachstehenden Vollmachtserklärung dem Mieter die Zahlungspflicht übertragen, soweit dieser damit einverstanden ist. Die Vollmachtserklärung können Sie in unserem Formularcenter downloaden und ausdrucken. Auf Wunsch senden wir Ihnen das Formular aber auch gerne zu.

 

Zum Seitenanfang

 

Wasserverbrauch

Der durchschnittliche Wasserverbrauch je Einwohner pro Tag in Liter:

Baden, Duschen, Hygiene

50 Liter

Toilettenspülung

40 Liter

Waschmaschine

18 Liter

Geschirrspüler

8 Liter

Garten

6 Liter

Essen und Trinken

3 Liter

Autopflege

3 Liter

Sonstiges

4 Liter